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Essenz

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  • © Copyright Amelkin Alexander
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  • Рассказ: Германия
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      Der in München lebende Porträtkünstler und Panpsychorealist Alexander Amelkin wohnt seit fast 20 Jahren in der Nähe von Schloss Blutenburg, mit dem sein Werk untrennbar verbunden ist. Nachdem er sich intensiv mit der Geschichte des Schlosses auseinandergesetzt hatte, bemerkte der Künstler plötzlich, dass die Insel, auf der das Schloss steht, sein Werk auf mystische Weise beeinflusste und zu einem Ort der Kraft wurde. Im Dezember 2025 hatte der Künstler einen ungewöhnlichen Traum über die Geschichte dieses Kraftortes, der seine Kunst grundlegend veränderte.
      
      
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      ESSENZ
      Real-Life-Sci-Fi: Erforschung und subjektive Interpretation der Geschichte der Wünsche
      
      Autor: Dr. Alexander Amelkin, München
      Internet: https://amelkin.de/erlebnis.pdf
      Version: Improvisationszustand-260720
      
      
      
      
      "Cupiditas est vitae essentia"
      
      
      
      
      
      
      
      ABSCHNITT A. BLUES
      
      
       Am Abend war'n die Lichter schwach.
       Die Reflexionen wurden blasser und schwächer ...
       Die Winterreifen rauschten wach.
       Die fernen bleichen Sterne glänzten und glänzten ...
      
       Ich hörte das Signal,
       das um die Ecke kam.
       Die Tram voll froher Menschen hetzte!
       Die Dunkelheit verschwand!
       Mein Kopf, der wurde klar.
       Die Tram war weg. Es war die letzte ...
      
       Dieses traurige Lied kam mir plötzlich in den Kopf, als ich an einem Dezemberabend auf meinem alten Fahrrad die Agnes-Bernauer-Straße entlangfuhr und an Agnes' Schicksal wie auch an meines dachte. Was wissen wir über das Schicksal, und können wir es aus freiem Willen kontrollieren?
      
       Die letzten 20 Jahre versuchte ich vergeblich, mich in diesem Leben als freiberuflicher Künstler zu positionieren. Meine Gemälde wurden längst nicht mehr gekauft, die Arbeit als Straßenkünstler brachte kaum Einkommen, und ich beschränkte mich nur noch auf reine Auftragsarbeit.
      
       Mit der Zeit verwandelte ich mich so von einer ehemals kreativen Person in einen Yuppie. Und eines Tages schrieb ich in einem Ausbruch von Selbstironie den Yuppie-Blues über mich selbst:
      
       Täglich. Rund um die Uhr.
       Jahrelang. Und wofür?
       Business-Plan. Plan-Prospekt.
       Atelier. Kunstprojekt.
      
       Telefon. Telefax.
       Wenig Schlaf wegen DAX!
       Krise kommt! Dann Progress.
       Atemnot! Ewig Stress!
      
       Das ist der Yuppie-Blues,
       mein Yuppie-Blues.
       Wie mache ich mit meinem
       alten Leben Schluss?
      
       Das ist der Yuppie-Blues,
       mein Yuppie-Blues.
       Na, schön, dann sag ich gern
       dem alten Leben Tschüss.
      
       Täglich. Rund um die Uhr.
         Jahrelang. Und wofür?
         Regennass. Bahnhof. Zug.
         Ärztehaus. Kein Aufzug.
        
         Telefon. Handynetz.
         Wenig Schlaf wegen Schmerz.
         Krise kommt. Dann Progress.
         Atemnot! Ewig Stress!
        
         Das ist der Schmerzen-Blues,
         mein Schmerzen-Blues.
         Wie mache ich mit meinen
         alten Schmerzen Schluss?
        
         Das ist der Schmerzen-Blues,
         mein Schmerzen-Blues.
         Na, schön, dann sag ich gern
         den alten Schmerzen Tschüss!
      
      
       In dieser Zeit stieß ich auf einen Ausspruch des amerikanischen Genetikers Bruce Lipton, wonach unsere Gedanken, unsere Wünsche, unsere Haltung und unser Lebensstil einen entscheidenden Einfluss auf unsere innere und äußere Wirklichkeit haben und die Gene steuern können.
      
       Da beschloss ich mein Schicksal zu ändern. Ich versammelte alle meine Kräfte, innere Haltung und Gedanken und ... plötzlich passierte mir eine ganz unglaubliche Geschichte!
      
      
      
      
      ABSCHNITT B. FERNSEHSENDUNG
      
      
       Anfang Dezember 2025 bekam ich den Auftrag, anhand eines Fotos das Portrait zu zeichnen. Obwohl ich müde war und eigentlich schlafen wollte, begann ich noch am selben Tag mit der Arbeit, während im Hintergrund der Fernseher lief. Durch Zufall hörte ich Neuigkeiten über eine andere, spätere Version des Voynich-Manuskripts, die kürzlich entdeckt und entziffert worden war, und es stellte sich heraus, dass dieses Manuskript von Herzogin Anna von Braunschweig-Grubenhagen im Jahr 1473 im Wasserschloss Nannhofen verfasst wurde. Ich war plötzlich schockiert über die Nachricht, dass die Menschheit endlich kurz davorstand, das geheimnisvollste Manuskript aller Zeiten und Völker zu entschlüsseln. Herzogin Anna verwendete die Cäsar-Chiffre und ein spezielles Alphabet, das heute als "Voynichese" bekannt ist. Anna hatte diese Technik zuvor von ihrem Hofarzt Johannes (oder Hans) Hartlieb gelernt. Das Manuskript bestand aus vierzehn Abschnitten (in diesem Werk sind sie mit c1 - c15 nummeriert) und war teilweise eine Autobiographie der Herzogin.
      
       In dem Manuskript beschrieb Herzogin Anna die Geschichte des Schlosses Blutenburg, einschließlich der geheimen Heiltechnologien, die Doktor Hartlieb dort verwendete. Johannes Hartlieb wurde als Leibarzt, gelehrter Rat und damit Diplomat Herzog Albrechts III. von Bayern-München aufgenommen. Doktor Hartlieb war berühmt für die Erfindung einer verbesserten Modifikation der Hexenessenz "unguentum morphosis", die Menschen bei Kontakt mit Wasser des magischen Menzinger Sees in Schwäne verwandeln konnte. Ohne Zugabe des Zauberwassers führte die Hexenessenz bei richtiger und sorgfältiger Anwendung zu einer Levitationswirkung.
      
       Im Manuskript veröffentlichte Herzogin Anna das ungefähre Rezept für die Essenz (oder "Essentia") "unguentum morphosis": sieben magische Kräuter, die seit der Antike bekannt waren, Dachsschmalz, Schwanenblut, Franzbranntwein, Schwanen- oder andere Vogelleber nach Bedarf, magisches Wasser aus einem Ort der Macht in besonderen Fällen. Das genaue Rezept der Essenz war nur Doktor Hartlieb bekannt. Versuche, diese Essenz ohne Rücksprache herzustellen, sowie die unsachgemäße Verwendung der in der Essenz enthaltenen Kräuter führten unweigerlich zu schweren Vergiftungen und zum Tod.
      
       Darüber hinaus wurden im Herzogin-Anna-Manuskript zwei ältere Manuskripte erwähnt: das Voynich-Manuskript, das in mindestens fünf verschiedenen Versionen verfasst wurde, und ein antikes römisches Manuskript aus dem ersten Jahrhundert in archaischem Latein ... Damit schloss der Fernsehreporter seinen Bericht ab.
      
       Diese Fernsehsendung hat mich sehr beeindruckt, insbesondere die Botschaft über das wunderbare Wasser des Menzinger Sees, der Schloss Blutenburg umspült.
      
       Auf der Suche nach einer Inspiration beschloss ich, das Schloss Blutenburg zu besuchen. Dort fand ich mich unerwartet in einer Ausstellung wieder, die das zweite Voynich-Manuskript mit Übersetzung präsentierte. Die Übersetzung des Manuskripts wurde durch eine moderne Interpretation der im Manuskript dargestellten Fakten und Ereignisse ergänzt.
      
       Im Folgenden erzähle ich Ihnen jetzt eine kurze Zusammenfassung des entschlüsselten Herzogin-Anna-Manuskripts.
      
      
      
      
      ABSCHNITT C. MANUSKRIPT
      
      
      ABSCHNITT c1. Kaspar
      
      
       Anfang des 15. Jahrhunderts lebte ein Phytobalneologe, Chirurg und Astrologe Kaspar Bernauer mit seiner Frau kinderlos in Augsburg. Gott gab ihnen keine Kinder, aber sie sehnten sich verzweifelt nach einer Tochter und hofften auf ein Wunder.
      
       In Bernauers Familie existierte eine alte Sage über die Würminsel "Pluedenberg" in Menzing bei München. Diese besagte, dass dort sehnlichste Wünsche wahr werden können. Um den Zauber zu brechen, musste der Wunsch außergewöhnlich stark sein. Man musste die Insel besuchen, sich an das Ufer des magischen Menzinger Sees setzen, den Wunsch verinnerlichen und sich mit dem Seewasser besprengen. Die Vorfahren von Kaspar Bernauer waren Räter, die im 5. Jahrhundert v. Chr. aus dem Gebiet der heutigen Schweizer Stadt Chur in die bayerische Region wanderten, die rund um den Ort der Macht Würminsel "Plüdenberg" lag, der allen Rätern in der Antike bekannt war und "Lore Mendia" genannt wurde. Daher bewahrte die Familie Bernauer diese Legende.
      
       Im Jahr 1404 reiste Kaspar Bernauer mit seiner Frau zu dieser Insel und vollzog das Ritual. Der Legende nach wurde ihr Wunsch daraufhin wahr - kurz darauf wurde ihre Tochter Agnes Bernauer geboren.
      
      
      
      
      ABSCHNITT c2. Agnes und Albrecht
      
      
       18 Jahre später entspannte sich Albrecht, der einzige Sohn des Herzogs Ernst, in den Augsburger Bädern nach seiner Teilnahme an einem Ritterturnier. Dort lernte er die schöne Baderstochter Agnes Bernauer kennen und verliebte sich in sie.
      
       Er widmete der Bernauerin das folgende Liebeslied:
      
       Als eine alte Seele
       trieb mich beständig um
       nur Dunkelheit, nur Leere.
       Ich war so taub, so stumm ...
      
       Man schenkte mir ein Leben,
       die Träume im Fluss der Zeit,
       die Freude an der Freiheit.
       Damit kam ich so weit.
      
       Dem Jubel meiner Seele
       fehlte noch ein Stück,
       bis ich Dich getroffen hab.
       Du bist mein wahres Glück!
      
       Agnes erzählte Albrecht die mystische Geschichte ihrer Geburt, und Albrecht war so fasziniert, dass er auf dieser magischen Würminsel in Menzing für seine Gemahlin das Schloss Blutenburg baute, wo sie glücklich zusammenlebten. Albrecht und Agnes hatten eine Tochter, Sibylla, die viele Jahre später Doktor Hartlieb heiratete.
      
       1433 ernannte Herzog Ernst seinen Sohn zum Regenten in Straubing, weshalb Albrecht und Agnes sich fast gänzlich in Straubing und nur selten im Schloss Blutenburg aufhielten.
      
       Während dieser Zeit wurden sie oft von Albrechts engem Freund Doktor Hartlieb besucht, der Albrecht dank der Hexenessenz einst das Leben rettete. Die Geschichte dahinter ist folgende.
      
      
      
      
      ABSCHNITT c3. Hans
      
      
       Albrecht aus dem Hause Wittelsbach und Hans Hartlieb waren seit ihrer Kindheit befreundet. Die Jungs hatten einen großartigen Sinn für Humor und liebten es, bissige Parodien zum Thema Geheimwissenschaften zu schreiben und verschiedene Codes zu erfinden.
      
       1416 entwickelte der Junge Hans Hartlieb eine Kryptographie "Hartliebese" (heute bekannt als "Voynichese") auf der Grundlage des Alphabets Rudolfs IV. von Österreich und macht seinen Freund Albrecht damit bekannt.
      
       Die Freunde schrieben mit der Schriftart "Voynichese" die ersten Seiten einer lustigen Parodie auf Astrologie, Balneologie, Hexerei und Hexenessenzrezept "unguentum morphosis". Das Rezept für die "Flugessenz" fanden sie in einer Truhe in einem verlassenen Haus, das einst dem damals berühmten Zauberer und Kabbalisten Abraham von Worms gehörte. So entstand "das Voynich-Manuskript".
      
       Dennoch interessierte sich Hans ernsthaft für die Herstellung der Hexenessenz und präsentierte bald die erste Probe. Die Teenager bedeckten eine Katze mit Hexenessenz, und sie begann plötzlich in der Luft zu schweben. Das Wirkungsprinzip der Essenz beruhte auf der Verzerrung des Raumes und der Bildung einer unsichtbaren, sich lokal bewegenden Kapsel. Hans experimentierte gerne mit den Bestandteilen der Hexenessenz, um deren Wirksamkeit zu steigern.
      
      
      
      ABSCHNITT c4. Würminsel
      
      
       Doch zurück zur Truhe des Zauberers Abraham von Worms. Neben dem Rezept für die Hexenessenz "unguentum morphosis" befand sich in der Truhe auch eine Kopie eines antiken Manuskripts (inklusive einer alten Karte der Gegend), das in archaischem Latein verfasst war.
      
       Da Hans bereits mehrere Jahre Latein gelernt hatte, gelang es ihm schließlich, dieses Manuskript zu lesen. Der Inhalt des Manuskripts verblüffte ihn. Dies war die Geschichte der magischen Insel "Blütenberg" an der Würm, nahe dem Dorf Menzing. Hans kannte diese Würminsel, die einst den Grafen von Andex gehörte, dann aber in den Besitz der Herzöge von Wittelsbach gelangte. Das Manuskript wurde offenbar zu Beginn unserer Zeitrechnung von einem der römischen Kolonisten verfasst. Der Autor schrieb, dass die Insel vor der Ankunft der Römer von den Rätern bewohnt war. Es war der nördlichste Außenposten der Räter, der die Angriffe der Vendilici erfolgreich abwehrte.
      
       Die Räter nannten die Insel "Blütenberg" (oder "Lore Mendia" auf Rätisch) und errichteten auf der Insel eine hölzerne Festung. Auf dem Blütenberg entdeckten die Räter die magischen Eigenschaften von Wasser und Blumen, um Wünsche wahr werden zu lassen. Lange Zeit wurde die Insel von einem rätischen Schamanen namens Urabelarra regiert, der die magischen Eigenschaften der Insel auf einer Tontafel beschrieb. Dann kamen die Römer und vertrieben die Räter. Beim Bau einer Festung auf der Insel fand einer der Erbauer die Urabelarras Tontafel. Als gebürtiger Etrusker war er in der Lage, den schamanischen Text zu lesen, da die Räter und die Etrusker ein Volk waren. So erfuhren die Römer von der Magie dieses Ortes, dem Namen des Schamanen und dem Namen der Insel. Daher erhielt die Insel während der römischen Herrschaft den Namen "Collis Magicis Floribus".
      
       Die Römer erforschten die ungewöhnlichen Eigenschaften des örtlichen Wassers und der Pflanzen und stellten auf dieser Grundlage zwei Arten von Hexenessenzen her. Die erste Art (oder die Basisversion) von Essenz auf der Basis von Pflanzen, tierischem Fett, Wein und Eulenblut ermöglichte das Schweben. Die zweite Art (oder die modifizierte Version) von Essenz verwandelte Menschen in Eulen, wenn man sie mit Eulenleber und mit magischem Wasser versetzte. Als ein tödlich verwundeter Krieger dieser modifizierten Essenz ausgesetzt wurde, wanderten Teile der inneren Organe in das Gehirn des sterbenden Mannes und entwickelten sich zu einem Eulenembryo. Das menschliche Bewusstsein wanderte in den Vogelembryo ein. Der Embryo verwandelte sich innerhalb weniger Stunden in ein Küken und kletterte dann durch den Mund des Kriegers heraus. Das Küken wuchs sehr schnell heran und konnte nach ein paar Stunden und manchmal viel früher bereits fliegen. So bekamen die Römer eine ganze Truppe Kampfeulen auf der Insel "Collis Magicis Floribus".
      
      
      
      
      ABSCHNITT c5. Hybriden
      
      
       In ihrem Manuskript beschrieb Herzogin Anna ausführlich die Wirkmechanismen der Hexenessenz, insbesondere die Prozesse der Verwandlung eines Menschen in einen Vogel-Mensch-Hybriden. Anna erhielt diese Informationen wahrscheinlich von Dr. Hartlieb, der zum Zeitpunkt der Erstellung des Manuskripts kein Mensch mehr war. Und Dr. Hartlieb bezog dieses Wissen aus dem antiken römischen Manuskript und aus den Werken Abrahams von Worms.
      
       Es wurde festgestellt, dass die Römer dieses Wissen von den Etruskern erhielten. Die Etrusker waren Vertreter der ältesten Zivilisation, die in Anatolien entstand. Eine der Errungenschaften dieser alten Kultur war die Fähigkeit, Menschen mithilfe einer speziellen modifizierten Hexenessenz in Vögel zu verwandeln. Wenn die Essenz richtig zubereitet und verwendet wurde, programmierte diese Essenz menschliche Zellen neu und führte Fragmente der Vogel-DNA in Zellen ein. Die Zellen wanderten zum Gehirn, wo der Vogelembryo sehr schnell entstand und heranreifte, untergebracht in einer weichen Kapsel ähnlich einem Ei. Menschliche Bewusstsein, Selbstwahrnehmung und Langzeitgedächtnis wurden in den Vogelembryo übertragen. Nach der Reifung kletterte das Küken durch den menschlichen Mund heraus. Das Küken könnte dann manchmal innerhalb von Minuten die Flugfähigkeit erlangen. Die Umwandlungsgeschwindigkeit wurde durch die Bestandteile der Essenz bestimmt.
      
       Tatsächlich handelte es sich um einen intelligenten Hybriden aus einem Menschen und einem Vogel, auf den das Bewusstsein übertragen wurde. Mit der Zeit konnte der Hybrid sogar anfangen zu sprechen und nutzte dabei die bekannte Fähigkeit von Vögeln, die menschliche Sprache nachzuahmen.
      
       Die wichtigsten Bestandteile der modifizierten Essenz waren Vogelleber (als Quelle reprogrammierender Substanzen wie Vitamin B12) und spezielles Wasser, dessen Quellen sehr selten waren.
      
       Solche Hybriden könnten auf unbestimmte Zeit neben einer magischen Wasserquelle leben. Darüber hinaus war die Geschwindigkeit des Denkens und des Informationsaustauschs bei Hybriden viel höher als bei Menschen. Schließlich schlossen sich viele Hybriden zusammen und gründeten Kolonien und Zivilisationen, um sich vor Menschen und Raubtieren zu schützen. Einige Hybriden halfen Menschen, Probleme zu lösen.
      
       Das römische Manuskript lieferte detaillierte Informationen über die modifizierte Essenz und ihre Erfinder. Die Sumerer nannten diese Leute die Haatti. Die Römer nannten diese Leute die Etrusker und die Räter. Haatti brachten die Geheimnisse ihrer Entwicklungen aus Anatolien nach Europa. Nur die Haatti (auch bekannt als Räter und Etrusker) konnten vollständige Informationen über die Technologie und Verwendung der modifizierten Essenz "unguentum morphosis" bewahren. Diese Technologien kamen dann zu den Römern.
      
       Die Haatti entdeckten die magischen Eigenschaften mehrerer Wasserquellen. In Anatolien gibt es nur zwei oder drei solcher Quellen. Die Haatti gelangte durch lange Experimente zur optimalen Zusammensetzung der Essenz. Sie verwandelten Menschen in Eulen, wie einige alte Bilder belegen. Einer der wichtigsten Bestandteile der modifizierten Essenz war die Leber. Durch Kräuter verstärkte Leberbestandteile führten zu einer Neuprogrammierung und Migration der Zellen. Die Zellen wurden wieder zu Stammzellen, gelangten in die Arterien und dann ins Gehirn. Andere Kräuter transportierten Fragmente der Vogel-DNA in diese Zellen und verwandelten sie in Vogelembryonen. Das menschliche Bewusstsein wanderte in den Embryo und in seine Intra- und Extrasomatik hinein. Das ausgewachsene Küken kletterte durch den Mund des Menschen heraus. Der verbleibende Teil der Person starb.
      
       Der daraus resultierende neue Organismus war eine Mischung aus Menschen und Vogel. Das Gehirn des Hybriden war deutlich größer als das eines normalen Vogels. Die Hybride könnten mit Menschen in menschlicher Sprache kommunizieren, aber untereinander kommunizierten sie in der Sprache der Bildabgüsse (ähnlich der Art und Weise, wie soziale Insekten und Wale kommunizieren). Sie dachten und tauschten Informationen hunderte Male schneller aus als Menschen. Die Intelligenz von Hybriden war sehr entwickelt. All dies beseitigte Feindseligkeit oder Feindseligkeitsgefühle zwischen Hybriden. Hybriden schlossen sich in Kolonien zusammen, um Gefahren zu begegnen. Die Gesamtzahl der Hybriden auf der Erde war gering. Sie ließen sich hauptsächlich in der Nähe magischer Wasserquellen und Seen (wie der atemberaubende Caumasee) nieder, was das Altern der Hybriden verhinderte.
      
       So verfügten die alten Römer im ersten Jahrhundert n. Chr. über die komplexeste Technologie, Menschen mithilfe einer modifizierten Hexenessenz in Hybriden zu verwandeln.
      
      
      
      
      ABSCHNITT c6. Valeria und Iulius
      
      
       Beim Umgang mit der modifizierten Hexenessenz waren strenge Vorsichtsmaßnahmen erforderlich. Die Römer verwendeten zum Auftragen der Essenz spezielle Spatel. Bei Nichtbeachtung der Sicherheitsregeln landete die Essenz auf den Händen, was zum Tod führte, da die Eule aus einer kleinen Menge Essenz nicht "reif" wurde und der Körper die Transformation nicht vollständig abschließen konnte.
      
       Und wann ein Lebewesen in einen Vogel verwandelt wurde, wurden das Bewusstsein und das Gedächtnis (teilweise der intrasomatische Teil und vollständig der extrasomatische Teil) der verwandelten Kreatur in einen Vogel bewegten.
      
       Das römische Manuskript beschrieb auch die Geschichte, wie sich die Römer Antonius und Iulius in die Römerin Valeria verliebten, doch Valeria bevorzugte Iulius. Dann schmierte Antonius nachts die modifizierte Essenz auf Iulius und er verwandelte sich in eine Eule. Am Morgen flog Iulius zu Valeria und setzte sich auf ihrer Schulter. Valeria verstand alles und brach in Tränen aus. Dann kam Antonius zu ihr und bat sie, seine Frau zu werden. Valeria verfluchte Antonius, schnappte sich ein Glas Essenz und rieb sich damit ein. Bald flogen die beiden verliebten Eulen für immer in den Wald.
      
       Mit dieser Geschichte endete das antike römische Manuskript (nämlich Abschnitte c4 - c6 des Herzogin-Anna-Manuskripts).
      
      
      
      
      ABSCHNITT c7. Experimente
      
      
       Hans teilte Albrecht den Inhalt des römischen Manuskripts mit und die Freunde schworen, diese Information geheim zu halten. Die Zeit war nicht einfach, weil Prozesse gegen Hexen und Zauberer schon begannen. Hans schlug vor, die Tradition wiederzubeleben und die Würminsel Blütenberg oder Blutenberg (in der mittelalterlichen Transkription Pluedenberg oder Pludenberg) zu nennen.
      
       Hans begann mit Tierversuchen, um eine modifizierte Hexenessenz "unguentum morphosis" herzustellen. Er fügte der üblichen Hexenessenz Wasser von der Insel Blütenberg hinzu, was zu einer Reihe erfolgreicher Transformationen führte. In diesem Fall verwandelte sich das Tier in eine bestimmte Vogelart, abhängig von der Identität des der Essenz zugesetzten Blutes. Auch Vogelleber war ein wichtiger Zusatzbestandteil. Das Blut und die Leber wurden durch Mischen mit Ethylalkohol konserviert. Hans verbesserte auch die Basisversion der Hexenessenz erheblich, was sowohl für Hans als auch für seinen Freund Albrecht bald von großem Nutzen war.
      
      
      
      
      ABSCHNITT c8. Krieg
      
      
       Nach einiger Zeit nahm Hans am Krieg mit den Hussiten teil. Hexenessenz ermöglichte ihm das Überleben.
      
       Später nahmen Hans und Albrecht an der Schlacht bei Alling teil - der entscheidenden Schlacht des Bayerischen Krieges, aber durch den Willen heimtückischer Schicksale kämpften die Freunde auf gegenüberliegenden Seiten, weil Hans damals im Dienste Ludwigs des Gebarteten von Bayern-Ingolstadt stand. Am 19. September 1422 besiegten die Herzöge von Bayern-München Ernst (nämlich Albrechts Vater) und Wilhelm III. ihren Cousin Ludwig VII. von Bayern-Ingolstadt.
      
       Und an einem der letzten Tage der Schlacht "rettete" Ernst seinem Sohn Albrecht das Leben, als Albrecht unerwartet in einen feindlichen Hinterhalt geriet. Diese wundersame Erlösung wäre ohne Hans und Hexenessenz natürlich nicht möglich gewesen. Als Hans bemerkte, dass Albrecht auf das Schloss Nannhofen, die damals noch Ludwig gehörte, überfallen wurde, band er ein Essenzglas an einen Pfeil und schoss auf die Holztür neben Albrecht. Albrecht riss das Essenzglas ab und versteckte sich im letzten Moment vor den Feinden hinter einer zufälligen Tür. Er verschloss sie von innen mit einem Baumstamm. Der Feind lachte: diese Tür führte zu einem Gefängniszellenschacht ohne Fenster. Die Höhe der Gefängniszelle betrug fünf Meter, das Dach war jedoch teilweise zerstört. Der einzige Weg zur Rettung bestand darin, durch den oberen Teil des Raumes herauszukommen, was für einen Menschen ohne spezielle Ausrüstung unmöglich war. Albrecht rieb sich mit Zauberessenz ein und flog aus dem Gefängnis. In diesem Moment brachen die Feinde die Tür auf, in der Erwartung, einen Gefangenen zu machen, doch zu ihrem Erstaunen verschwand Albrecht.
      
       Auch Albrechts Vater, Herzog Ernst, bemerkte, dass Albrecht in Schwierigkeiten steckte, und besiegte dieses Detachement. Eine Minute später erschien Albrecht auf der anderen Seite und dankte seinem Vater für die "Erlösung". Herzog Ernst wusste noch nichts von der Existenz der Hexenessenz "unguentum morphosis".
      
      
      
      
      ABSCHNITT c9. Hochzeit
      
      
       Zu Ehren des Sieges in der Schlacht bei Alling veranstaltete Albrecht ein Ritterturnier in Augsburg, bei dem er Agnes kennenlernte. Nach ihrer heimlichen Hochzeit lebte das Paar zunächst im Schloss Nannhofen und dann im Schloss Blutenburg. Albrecht erzählte Agnes nie von der Hexenessenz, die ihm das Leben rettete, da die Inquisition zu dieser Zeit bereits anfing, Gräueltaten zu begehen.
      
       Auch verheimlichte Doktor Hartlieb vor Agnes sorgfältig die Entstehungsgeschichte und die Existenz der Hexenessenz. Allerdings ließ Albrecht einmal achtlos ein Essenzglas mit der Beschreibung im Schloss zurück. Sibylla fand und brachte es ihrer Mutter. Agnes und Sibylla probierten heimlich die Hexenessenz und flogen an die Decke. Ein Kaufmann spionierte dies aus und meldete dies Herzog Ernst schriftlich.
      
      
      
      
      ABSCHNITT c10. Kaufmann
      
      
       Später spielte das Schicksal diesem Kaufmann einen grausamen Streich. Er wollte auch unbedingt fliegen. Und eines Tages gelang es ihm, dem Doktor Hartlieb ein Essenzglas zu stehlen. Der arme Kerl wusste nicht, dass es sich um eine modifizierte Version der Essenz handelte. Der Kaufmann brachte das Essenzglas nach Hause, schloss alle Türen und Fenster fest und schmierte sich von ganzem Herzen mit Essenz ein. Er sprang mehrmals, flog aber nicht.
      
       Danach war ein großes Problem aufgetreten. Dem Kaufmann ging es schlecht. Der Raum begann sich mit grünem Rauch zu füllen. Der Kaufmann stürzte bewusstlos. Nach einiger Zeit kam ein schwarzer, hässlicher Vogel aus seinem Mund und fing an, durch den Raum zu rennen und wütend zu schreien. Dann flog sie in den abgekühlten Ofen und entkam durch das Rohr.
      
       Die Familie des Kaufmanns war verreist und seine verstümmelte Leiche wurde nur einige Tage später entdeckt ...
      
      
      
      
      ABSCHNITT c11. Hinrichtung
      
      
       Die nicht standesgemäße Liaison missfiel Herzog Ernst, und nachdem Albrecht sich nicht von der Bernauerin trennen wollte, sah sein Vater keine andere Möglichkeit, als Agnes unter dem Vorwurf der Hexerei anzuklagen und zum Tode verurteilen zu lassen. Bei einem geheimen Treffen entschied Ernst, dass Agnes aus Staatsräson eliminiert werden müsse. Herzog Ernst gab den Spionagebericht an einen Gesandten weiter, der Ernsts radikales Verhalten gegenüber Kaiser Sigismund I. von Luxemburg rechtfertigen sollte. Agnes wurden die schwersten Verbrechen vorgeworfen, die der Todesstrafe würdig wären: körperliche und schädliche Zaubersprüche gegen Albrecht und versuchte Vergiftung.
      
       Nachdem man Albrecht auf Erlass seines Vaters nach Landshut entführt hatte, wurde Agnes Bernauer am 12. Oktober 1435 von einer Brücke in die Donau gestoßen. Agnes' Leiche wurde aber nie gefunden ...
      
       Sehr betrübt von Agnes' Tod zog sich Albrecht in das Schloss Blutenburg zurück. Der Einzige, dem Albrecht den Besuch gestattete, war sein Leibarzt Johannes Hartlieb. Völlig unerwartet kam wenig später Agnes' Vater Kaspar Bernauer zu ihm, und in seiner Kutsche war eine erstaunliche Überraschung versteckt.
      
       Bevor diese mysteriöse Geschichte fortgesetzt werden kann, ist es notwendig, etwas über den besonderen Umständen der Hinrichtung zu erzählen ...
      
      
      
      ABSCHNITT c12. Metamorphose
      
      
       Kurz vor Agnes' Verhaftung war Kaspar Bernauer nach Straubing gekommen, um seine Tochter zu besuchen. Darüber hinaus traf er seinen alten Freund Jacob, der als lokaler Henker in Straubing arbeitete. In seinen alten Tagen war Jacob oft bei dem Bernauer zu Besuch, und er kannte Agnes schon seit ihrer Kindheit.
      
       Nun sollte ausgerechnet Jacob das Todesurteil vollstrecken. Da Agnes für ihn immer, wie eine Schwester war, entwickelte er einen Rettungsplan. Am Ort der Hinrichtung auf der Donaubrücke ersetzte er das Seil, mit dem er Agnes die Hände band, durch ein halb verschlissenes. Bevor er sie dann von der Brücke stieß, flüsterte er Agnes ins Ohr: "Das Seil ist faul. Versuch dich zu befreien und schwimm unter Wasser zu einem Busch. Verzeih mir."
      
       Mit diesen Worten stieß Jacob die arme Agnes von der Brücke.
      
       Die Hinrichtung war vollzogen, und die Zuschauermenge begann sich zu zerstreuen.
      
       Nachdem alle gegangen waren, tauchten Kaspar und Jacob in die Donau, um nach Agnes zu suchen. Sie fanden den bewusstlosen Körper, und zu ihrer Überraschung war Agnes noch am Leben.
      
       In einer Kutsche brachte Kaspar Agnes heimlich zum magischen Menzinger See in der Hoffnung, sie mit dessen wundersamen Wasser zu heilen.
      
       Als die Kutsche das Schloss Blutenburg erreichte, rief Kaspar sofort nach Albrecht. Der erkannte die Stimme seines Schwiegervaters, kam zu ihm hinaus mit Doktor Hartlieb und gemeinsam trugen sie Agnes zum Seeufer. Albrecht war außer sich vor Glück, weinte, lachte, umarmte und küsste seine Geliebte! Agnes lächelte in Tränen, konnte aber kein Wort sagen ...
      
       Um Agnes vor einer erneuten Hinrichtung zu bewahren und ihr Leben nach ihrer schweren Verletzung zu verlängern, verwandelte Doktor Hartlieb sie mit Zustimmung aller Parteien mit einer modifizierten Hexenessenz in einen Schwan.
      
       Alle vier wünschten sich leidenschaftlich Agnes' Heilung und bestreuten sie mit dem Wunderwasser ... Dr. Hartlieb rieb Agnes mit Hexenessenz ein ... Für eine kurze Zeit wurden sie von einem grünlichen Dunst umhüllt und ihre Sinne schwanden ... Als Albrecht, Doktor Hartlieb und Kaspar wieder zur Besinnung kamen, war Agnes verschwunden, und in Ufernähe schwamm ein schöner Schwan.
      
      
      
      
      ABSCHNITT c13. Anna
      
      
       1436 wurde Albrecht gezwungen, Herzogin Anna von Braunschweig-Grubenhagen zu heiraten. Allerdings verbrachte Albrecht manchmal Wochen auf Schloss Blutenburg am Menzinger See (Schlosssee), wo Agnes in der Gestalt eines Schwans schwamm.
      
       Jahrelang quälte sich Anna mit Eifersucht gegenüber Albrecht. Zum Glück für Albrecht interessierte sich Anna sehr für weiße Magie. Albrecht bat Doktor Hartlieb, Anna zu beschäftigen. Zunächst schrieb Doktor Hartlieb 1448 "Die Kunst Chiromantia" (oder "Chiromantie") für Anna, doch das Handlesen langweilte Anna schnell.
      
       Dann entwickelte Doktor Hartlieb, basierend auf dem kryptografischen Spaß seiner Kindheit, ein Projekt für ein fantastisches Manuskript (heute bekannt als "Voynich-Manuskript"). Im "Voynich-Manuskript" behandelte Doktor Hartlieb alle Aspekte der weißen Magie. Er nahm etwas aus den Werken des Zauberers Abraham von Worms und fügte etwas anderes hinzu. Doktor Hartlieb gab dieses Manuskript als Geheimwerk Abrahams von Worms aus. Um Authentizität vorzutäuschen, stellte Johannes Hartlieb in der Handschrift mehrere reale Objekte dar und verwendete altes Pergament.
      
       Basierend auf zwei Manuskripten begann Herzogin Anna von Braunschweig in München sowie in den Schlössern Blutenburg und Nannhofen Sitzungen der Weißen Magie (Wahrsagen per Hand, astrologische Vorhersagen usw.) auf Frauenpartys in "Annas Salon" durchzuführen. Beide Bücher zeigten eine verzerrte Realität, was sie zu idealen Wahrsagungswerkzeugen machte. Während der Sitzungen prophezeite Anna mithilfe von Tierkreisdiagrammen und basierend auf Handlesen. Anna sagte Ereignisse im Leben (Schicksal) des Klienten (des Sitzungsgastes) für eine Woche, einen Monat und ein Jahr voraus und empfahl verschiedene Kräutermischungen und Wasserbehandlungen, um mögliche Probleme zu lösen.
      
       Doktor Hartlieb nahm oft an Sitzungen teil und schrieb Rezepte aus. Insbesondere praktizierte Doktor Hartlieb sehr wirksame, aber teure gesundheitsfördernde und verjüngende grüne Bäder, die auf Mikrodosen von Hexenessenz verschiedener Modifikationen basierten.
      
      
      
      
      ABSCHNITT c14. Voynich-Manuskripte
      
      
       Später wurde diese Praxis auf eine ernsthafte kommerzielle Grundlage gestellt. Doktor Hartlieb bestellte zusammen mit dem Dichter und herzoglich-bayerischen Rat Jacob Pueterich von Reichertshausen und mit dem Münchner Stadtarzt Sigmund Gotzkircher mehrere "Voynich-Manuskripte" beim klösterlichen Schreiberteam. Schriftgelehrte durften auf der Grundlage eines vorgegebenen Alphabets selbstständig Unsinn erzeugen und bedeutungslose Illustrationen anfertigen.
      
       Dann wurden diese Manuskripte an von weißer Magie besessene Herzoginnen übergeben, die in ihren Schlössern Sitzungen mit weißer und medizinischer Magie durchführten und Ratschläge zur Erhaltung der Gesundheit erhielten. Basierend auf Glücksvorhersagen erhielten die Sitzungsteilnehmerinnen Empfehlungen (manchmal in poetischer Form) im Bereich der Verbesserung der Gesundheit und entsprechende Apothekenrezepte sowie Überweisungen an medizinische Einrichtungen.
      
       Die Damen aus der gehobenen Gesellschaft hatten keinen Zugang zu Bildung in den Bereichen der weißen Magie, Medizin, Phytopharmaka, Astrologie, Alchemie und anderen mittelalterlichen Wissenschaften, was die Frauen zu einem bequemen Ziel für solche Manipulationen machte.
      
       Es wurden auch andere Bücher verwendet, etwa die "Chiromantie" von Johannes Hartlieb, die zusammen mit den "Voynich-Manuskripten" den Herzoginnen geschenkt wurden, in deren Schlössern Sitzungen zur weißen Magie stattfanden.
      
       Die Manuskripte amortisierten sich sehr schnell. Diese Praxis wurde mehrere Jahrzehnte lang fortgesetzt ...
      
       Jahre vergingen und Albrecht fühlte, dass seine Tage gezählt waren. Er ging zum Menzinger See und wünschte sich die Wandlung in einen Schwan, um sich endlich mit Agnes zu verbinden. Agnes schwamm auf ihn zu, winkte mit den Flügeln und bespritzte ihren Geliebten mit magischem Wasser. Albrecht trug die Hexenessenz auf. Wieder umhüllte sie ein grüner Nebel, und kurz darauf schwammen zwei Schwäne auf dem See! So blieben Albrecht und Agnes als Schwäne für immer zusammen.
      
       Auch für Doktor Hartlieb ist die Zeit gekommen, diese Welt zu verlassen. Mit letzter Kraft rieb er sich mit modifizierter Zauberessenz ein, verwandelte sich in einen Vogel und flog aus dem Fenster. Auf seinem Sterbebett blieb ein Körper ohne Teile des Gehirns, einiger Organe und einzelner Knochen zurück. Auf dem Tisch des Arztes lag ein mysteriöses Manuskript ...
      
      
      
      
      ABSCHNITT c15. Abraham
      
      
       Im letzten Teil ihres Manuskripts beschrieb Herzogin Anna von Braunschweig-Grubenhagen ihre persönliche Begegnung mit dem großen Magier Abraham von Worms, die im Jahr 1472 stattfand. Abraham war zu diesem Zeitpunkt bereits 110 Jahre alt, sah aber aus wie ein Vierzigjähriger.
      
       Abraham weihte Anna in seine geheime Methode "Wünsche und Metamorphosen" ein, deren Grundlage die Vereinigung der Elemente Wasser und Luft und der Kraft der Wünsche war. Abraham entwickelte ein praktisches System zur Wunscherfüllung, bei dem dem Wasser eines Ortes der Macht, wie beispielsweise der Würminsel mit Wasserschloss Blutenburg drauf, eine besondere Rolle zukam. Der Zauberer testete dieses System an sich selbst und erfüllte sich so seinen Wunsch nach Verjüngung. Das System des Magiers bestand aus sechs Prinzipien:
      
       - der Wunsch muss außergewöhnlich stark sein;
       - zur Verjüngung ist es notwendig, vollständig in Ihr Langzeitgedächtnis einzutauchen und detaillierte Reisen durch Kindheit und Jugend zu unternehmen;
       - spezielle Übungen durchführen, um Details aus der Vergangenheit mit einem Lächeln und einer absolut positiven Einstellung zu modellieren;
       - spezielle Atemübungen und plastische rekonstruktive Gymnastik mit Schwerpunkt auf der Bauchatmung, der Ausatembremse, dem Lendenwirbel und der Lenden- und Bauchmuskulatur durchführen;
       - das Prinzip, um auf die kalte kosmische Essenz der Verjüngung zuzugreifen, besteht darin, die Zunge von oben nach unten entlang den Ventilen an der Innenseite der Wangen auf Höhe des 16. und 26. Zahns zu führen, wodurch die Essenz auf die Zunge fließt, und ein kühlendes Gefühl entsteht.
       - den Prozess der Wunscherfüllung zu verstärken und den Mechanismus der Metamorphose in Gang zu setzen, indem man magisches Wasser aus einer Quelle an einem Ort der Macht verwendet, mit dem man Hände und Stirn befeuchtet.
      
       Abraham bewies anhand seines eigenen Beispiels, dass das Langzeitgedächtnis im Zusammenspiel mit dem Wunsch nach Verjüngung, seiner Stärke und seinen emotionalen Komponenten (süße Vorfreude auf Erfüllung und Angst vor übermäßiger Erfüllung) sowie in Kombination mit speziellen physiotherapeutischen Praktiken in der Lage ist, Spuren der Vergangenheit in die Gegenwart zu übertragen und den Körper in einen Zustand aus der Vergangenheit zurückzubringen. Abraham war sich sicher, dass die Zeit eine komplexe Struktur hat, die die Vergangenheit trägt und Realität schafft, und dass Bewusstsein (nämlich Langzeitgedächtnis und Selbstbewusstsein) und Materie die wahren nicht-lokalen Projektionen der Zeit sind.
      
       Abraham begann 1469 mit seiner Methode der Wunscherfüllung und wurde innerhalb von drei Jahren 70 Jahre jünger.
      
       Damit endete das Manuskript von Herzogin Anna.
      
      
      
      
      ABSCHNITT D. WUNSCH
      
      
       Nachdem mich das alte Manuskript aus der Ausstellung so beeindruckte, näherte ich mich dem Schlosssee. Ich hatte den starken Wunsch, wunderbare Porträts schaffen zu können, die positiven Einfluss auf die innere und äußere Wirklichkeit der Menschen haben würden!
      
       Es war niemand in der Nähe. Grüner Dunst verhüllte schneebedecktes Ufer ... Das Geräusch von plätscherndem Wasser weckte mich auf und ich spürte ein paar Spritzer auf meiner Haut. Direkt vor mir im eisfreien Raum des Sees schwammen zwei Schwäne ...
      
       Plötzlich war alles wieder in einen grünen Dunst gehüllt ... Und ich wachte auf meinem Schreibtischstuhl auf ... Ein unvollendetes Porträt lag auf dem Tisch vor mir, und aus dem Fernseher drangen die Geräusche ... Ich hatte also alles geträumt! Aber die Geschichte, in ihrer Gänze, blieb mir im Gedächtnis, als hätte sie jemand absichtlich in mein Langzeitgedächtnis geschrieben. Und diese zwei Schwäne, die am Ufer des Menzinger Sees schwammen ...
      
       Mir war nicht sofort klar, dass diese beiden Schwäne jene unsterblichen, ewig jungen Hybriden waren, über die Herzogin Anna schrieb. Diese Erkenntnis kam mir erst, als ich weiter an dem in Auftrag gegebenen Porträt arbeitete. Und dann wurde mir klar: Da ist es, es ist passiert! Meine Wahrnehmung des Daseins veränderte sich, ein neues, tiefes Gefühl erwachte in mir.
      
       Um diesen Zustand aufrechtzuerhalten, musste ich jedoch regelmäßig einen Kraftort (Ort der Macht) aufsuchen - die Insel mit Schloss Blutenburg. Während ich an Porträts arbeitete, öffnete sich in mir ein Kanal zur Verbindung mit einer äußeren schöpferischen Kraft, und meine Hand begann wie von selbst zu zeichnen. Ich sah nicht mehr nur Gesichter. Ich begann, die innere Welt der Menschen, ihre innere Schönheit zu spüren. Dies waren keine Porträts mehr, sondern etwas Größeres, das ein unabhängiges Leben führte. Und ich begann, sie "Porträts innerer Schönheit" zu nennen. Meine Intuition sagte mir, dass sich ein besonderer Effekt durch die Kombination von weißem holländischem Papier und dunklem Sepia (Farbnummer 175) erzielen ließe, weil die in Sepia enthaltenen Eisenoxide eine magische Vitalität besitzen. Die Eisenoxide sind lichtecht und verblassen nicht, was den Zeichnungen eine lebendige, tiefe Kraft gibt, die Jahrhunderte überdauert.
      
       Was war dieses erstaunliche Phänomen (der Zauber des Dezembers 2025), das in mir eine Metamorphose auslöste, angeregt durch einen starken Wunsch? War es vielleicht tatsächlich ein traumbedingter Kontakt mit den Chimären, die wir nur aus Legenden und den Werken des Apuleius kennen? Oder war es der Einfluss des mystischen interstellaren Objekts 3I/ATLAS, das durch das Sonnensystem flog? In jedem Fall blieb etwas zurück. Möchten Sie es gleich hier ausprobieren?
      
       Möchten Sie jetzt von mir ein Porträt Ihrer inneren Schönheit erhalten? Hat jemand im Publikum Interesse? Bitte kommen Sie nach vorne auf die Bühne!
      
      
      
      
      KURZTEXT (Zusammenfassung)
      
      Der in München lebende Porträtkünstler und Panpsychorealist Alexander Amelkin wohnt seit fast 20 Jahren in der Nähe von Schloss Blutenburg, mit dem sein Werk untrennbar verbunden ist. Nachdem er sich intensiv mit der Geschichte des Schlosses auseinandergesetzt hatte, bemerkte der Künstler plötzlich, dass die Insel, auf der das Schloss steht, sein Werk auf mystische Weise beeinflusste und zu einem Ort der Kraft wurde. Im Dezember 2025 hatte der Künstler einen ungewöhnlichen Traum über die Geschichte dieses Kraftortes, der seine Kunst grundlegend veränderte.
      
      
      
      KURZVITA
      
      Die Eltern des Künstlers Alexander Amelkin haben sich an Bord eines Wetterflugzeugs kennengelernt, als sie Gewitterwolken untersuchten. Daher nimmt das Thema Flug und Luft-Wasser-Umfeld einen besonderen Platz in der Arbeit des Künstlers ein. In seiner Jugend hatte Alexander Amelkin das große Glück, bei dem herausragenden Künstler Semyon Leonovich Kunst zu studieren. An der Universität und in der biotechnologischen Produktion arbeitete Herr Amelkin über Problem der optimalen Kontrolle lebender Systeme auf Ebenen von Mitochondrien, Zellen und Populationen mit einem systematischen Ansatz. Derzeit arbeitet Alexander Amelkin als freiberuflicher Künstler und als Kunstlehrer.
      
      Quellen:
      
         1. Apuleius (2. Jahrhundert n. Chr.): "Metamorphosen" III, 21
         2. Johannes Hartlieb (1448): "Die Kunst Chiromantia"
         3. Johannes Hartlieb et altera (1456): "Medizinischastrologischer Kalender." - BSB Cgm 7958, München, Bayerische Staatsbibliothek, Kurzaufnahme einer Handschrift, BSB-ID 991048728419707356, Digitalisiert von Bayerischer Staatsbibliothek am 20.10.2022, Seite 50
         4. "Galante Liebesgeschichten" (Originaltitel: "Les amours célèbres"), 3. Episode ("Agnes Bernauer"), Liebesfilm, Frankreich/Italien, 1961, Regie: Michel Boisrond
         5. Lisa Fagin Davis (2022): "Voynich Paleography." - In: Proceedings of the 1st International Conference on the Voynich Manuscript 2022 (VOY2022), The University of Malta
         6. Manfred Amann (2023): "Wasserschloss und Liebesnest." - Süddeutsche Zeitung GmbH, Oberbayern, Landkreis Fürstenfeldbruck, 29.05.2023, sueddeutsche.de
       7. Alexander Amelkin (2003, 2016, 2025): Lieder "Die Tram 19", "Der Yuppie-Blues", "Das Liebeslied" und "Der Schmerzen-Blues"
       8. Christian Schröter (2026): "Panpsychorealismus: Es wurde ein Science-Fiction Filmprojekt mit dem Titel "Essenz" vorgeschlagen" - Karla-Wagner-Stiftung, 06.01.2026
      
      
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  • Обновлено: 22/07/2026. 54k. Статистика.
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